Zureich Trash Filmfest Nr. 1

Liebe Movie Buffs

Die Zureich-Trash-Filmfest-Reihe zeigt Filme in Anwesenheit der Filmschaffenden, die schonungslos über ihre Leidenschaft verhört werden und sich nach der Vorführung auch unbequemen Publikumsfragen stellen.

– MAN-struation
– SchrottMagnet
– Nutshot

Freut euch auf einen jenseitigen Kinoabend im KinoKochAreal!

Definition of Trash by Urban Dictionary:
„When your entire reason of existing is a certain thing, you are trash.“

(immer möglichst pünktlich)
NO DOGS ! NO SMOKE !

Freitag, 10. Januar 2020 | ab 19:00 | Koch Areal | Rautistrasse 22

Brecht und „Mackie Messer“ (2018)

Bertolt Brecht: Film, Theater und Publikum.

In Joachim A. Langs Film „Mackie Messer“ verschmelzen Brechts Person, sein Werk und seine Methoden auf eine Weise, die Brecht gerechter wird, als diesem vermutlich lieb wäre.

 

Zugegeben, diese Kritik kommt nicht gerade frisch daher — aber aus aktuellem Anlass (der Konverter führt diesen Donnerstag, 19.12. einen Vortrag zu Brecht durch, siehe unten) bietet es sich an, diesen verstaubten Text hervorzuholen.

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Die Revolte der Pinguine 2: Weltpremiere

O-Ton: „Nur Bonzen und Faschisten verleugnen die Klasse!“

Im Konvent der Pingus brodelt es: Die Mutter Oberin will bloss Profit und Gehorsam. Die Prolls organisieren sich, mit billigem Schnaps, wilder Leidenschaft und vulgärem Marxismus. Gründe gibt es, aber keine Organisation. Die Wutbürger fürchten um ihre Gartenzwerge und Renten. Schulden und Faschismus sind im Trend, Schwachsinn wird gefeiert – was heisst das für die Revolte? Können die Prolls das Ruder umschwenken, werden die Kirchen des Kapitals brennen – oder bleibt die Scheisse, die wir Alltag nennen, wie sie immer war: braun und klebrig?

Seiju Gakuen (School of the Holy Beast, oder auch Convent of the Sacred Beast) ist ein japanischer Film von 1974 von Norifumi Suzuki. Die Gruppe Konverter hat Seiju Gakuen als Vorlage genommen, unverändert im japanischen Originalton und ungeschnitten – und den Film mit Untertiteln versehen, die mit der eigentlichen Handlung und den Dialogen nichts zu tun haben. Nunmehr verhandeln die Nonnen ihre Arbeitssituation, die direkte und indirekte Ausbeutung, die sie erfahren, diskutieren die Notwendigkeit, sich zu organisieren und streiten darüber, welches die richtige Organisationsform ist. Gleichzeitig drängen die Aufseherinnen des Klosters darauf, die Kontrolle zu behalten und versuchen mittels ideologischer Tricks, Zwist zwischen den Arbeitenden herzustellen; Konsumterror und die üblichen Heilsversprechen des Kapitalismus werden ausgebreitet – als auch diese nicht mehr viel helfen, kommt die faschistische Fraktion im Kloster an die Macht (mit Segen des Kapitals).

Die Revolte der Pinguine 2: Weltpremiere!
Wann? Am 14. Juni
Um welche Zeit? Programm ab 15 Uhr, Filmpremiere um 20 Uhr
Wo? Konverter-Garage, Zürich
Hier gibt’s Infos und das Programm im Detail

Gastbeitrag: „Die Engagierten Zuschauer“

[Es handelt sich hier um einen Gastbeitrag des Kritikerclubs, der ursprünglich hier zuerst veröffentlicht wurde; gleichzeitig ist das ein Veranstaltungshinweis für deren Abschlusspräsentation diesen Freitag, 27.5. ab 19 Uhr im Literaturhaus.]

I

Es gehört zu meinen Pflichten, Schönes zu vernichten als Musikkritiker, Sollt ich etwas Schönes finden, Muß ich’s unterbinden als Musikkritiker. Mich kann auch kein Künstler überlisten, Da ich ja nicht verstehe, was er tut.“

(Georg Kreisler, Der Musikkritiker)

 

Kreislers Abrechnung mit den Musikkritikern ist selbst eine Kritik. Er drischt zwar auf dem Vorurteil herum, aber es ist ergötzlich. Auch wenn sich die Kritik seit den 60ern gewandelt hat (und vor allem die Kritiker und Kritikerinnen: Es gibt überhaupt mehr von zweiteren und erstere sind nicht mehr so alt und arrogant wie sie früher waren), so lebt das Vorurteil weiter. Es soll jetzt nicht darum gehen, dieses Vorurteil zu bedienen, aber ich möchte es doch als äussersten Punkt nehmen, von dem ich beginne. Es soll darum gehen, wie das Verhältnis zwischen Kritik und Publikum auch beschaffen sein könnte.

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