Konverter-Ostern: Mauerbau virtuell

Einmal mehr nimmt sich die Gruppe Konverter ein fragwürdiges Jubiläum, um daraus eine Oster-Veranstaltung zu basteln. Dieses Jahr: 60 Jahre Mauerbau.
Es gibt eine Kochshow (auf dem Menü: DDR-Jägerschnitzel), ein Pup-Quiz oder einen Vortrag über den berühmtesten Satz der DDR: „Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten!“

Konverter-Zoom, Freitag 2.4. bis Sonntag 4.4.

Das Programm und alle Infos gibts auf dem Konverter-Blog.

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Attack of the Weekly Links: Stadtrundfahrt, Biennale, Uruk-hai, Skelett

Détournement einer Stadtrundfahrt | Kollege Barry hat auf dem Konverter-Blog ein bisschen was über Erich Kästners Roman Der Gang vor die Hunde gemacht.

Vom glamourösen Hotspot zum Zukunftslabor | Artikel bei der WOZ über Venedig, den Overtourismus und die Biennale in Zeiten von Corona. Darin werden auch zwei Studien des Thinktanks We Are Here Venice (WAHV) erwähnt. Die WOZ verlinkt sie nicht, aber dafür gibts ja uns: How was it for you? und Whose City Is It Anyway?.

Uruk-hai With Normal Voices | Lord-of-the-Rings-Witzvertonung von BurtBot. Keine Ahnung, weshalb ich gerade diese so verdammt amüsant finde. Ich komm aus dem Lachen nicht mehr raus.

a twelve foot home depot skeleton | Kleines Musikvideo von einem gewissen Louie Zong. Eine Hymne auf ein dreieinhalb Meter grosses Skelett aus dem Warenhaus. Auch sehr schön: i hope your cow rolls down a hill.

Attack of the Weekly Links: Füller, Samurai, Zimbabwebird

Füller auf Twitter | Unser Kollege Albrecht ist seit neuem auf Twitter und postet dort kurze literarische Stücklein. Wir empfehlen herzlich, ihm zu folgen.

Kultmoviegang 2021 | Die Berner Kultmoviegang hat ihr Programm für nächstes Jahr angekündigt. Damit ist die Versorung mit Kult und Trash sichergestellt. Und hoffentlich verirren sich wieder ein paar der Filme nach Zürich. Apropos: Die nächste Zürcher Vorstellung ist am 28.11. im Kosmos. Gezeigt wird der überaus schnieke Samurai Cop.

U*Tropic Retro (Party Edition) | Tropische Töne der hamburgisch-zürcherischen DJ-Truppe Museke Mûseke, featuring den überaus talentierten, uns freundschaftlich verbundenen Zimbabwebird. Ein bisschen Wärme in kalten Zeiten.

Caviano 2020: Salami si, fascismo no

Wir sind mit der Gruppe Konverter eine Woche lang in Caviano, einem winzigen Dörfchen im Tessin, gleich an der Grenze zu Italien. Schreibwoche, Zeichnungswoche, Arbeitswoche.

Wir haben zum Glück ein Auto. Denn das Postauto fährt nur dreimal am Tag nach Caviano, und das nur werktags.

Wir schlafen/essen/duschen/kochen/trinken etc. im Casa la palma, einem ehemaligen B&B, jetzt Privatbesitz. Vom Badzimmer aus blicken wir auf einen kleinen Wasserfall. An der Fassade wachsen Trauben. Ein Schwedenofen im Wohnzimmer gibt uns Wärme. Caviano ist ein herziges Dörfchen, auch wenn fast nur Ferienhäusler dort wohnen.

Wir spazieren hinauf zur Chiesa dei Santi Abbondio e Andrea. An der Aussenseite der Kirche sind 8 Fresken befestigt. Sie entstanden 1972 für den Kreuzweg von Sant‘ Abbondio. Vom Wetter beschädigt, wurden sie 2002 abgehängt (ursprünglich warens 14 Stationen). Seit 2017 hängen sie am neuen Ort. Eins der Fresken stammt von HR Giger.

Wir wandern den Monti di Caviano hinauf zu einem Weiler namens Cento Campi. Hier steht das letzte strohbedachte Haus der Region — es ist ein Ort zum Rasten. Mit Ausblick. Der Ausblick ist toll. Auf dem Weg: Viele Heiligenhäuschen. Und ein Feuersalamander.

Wir fahren am Montag über die Grenze nach Maccagno, um im Unes Supermercato einzukaufen. Salami, Wein, Brot, Stracchino etc. Achtung beim Griff ins Regal: In Italien gibts entkoffeinierte Cola. Der Supermercato wirkt wie ein Relikt aus den 70ern. Gegenüber liegt eine Tabaccheria, wo man einen guten Espresse bekommt.

Wir fahren am Mittwoch über die Grenze nach Luino, zum Wochenmarkt. Holen Salami, Stracchino, Gemüse etc. Abstecher zum Carrefour Market für Wein, Brot, Kaffeebohnen etc. Gegen Mittag kommen die Touristenmassen, wir flüchten aus der Stadt. Bei Colmegna fahren wir den Berg hinauf, über enge, verschlungene Strässchen. Wir beten, dass niemand entgegenkommt. Wir bestaunen in Runo die Chiesa di San Girgio. Wir fahren weiter zum Panoramica giro Del Sole. Der Ausblick ist toll. In der Ferne tönt eine Kettensäge. Im Ristorante Grotto Bedore‘ essen wir mittelmässige Polenta.

Wir schauen zusammen Hamlet Goes Business. Shakespeare in der finnischen Hochfinanz. Film-noir-hommage. 80er-Jahre-Konzentrat. Von Aki Kaurismäki. Nur wenige Leute wissen den Film zu schätzen.

Wir entdecken Der Skorpionsfisch von Nicolas Bouvier. Ein Reisebericht über Sri Lanka mit märchenhaften Zügen. A. liest aus dem Buch vor, wir anderen lauschen.

Wir stehen am Donnerstag früh auf, denn Bruno bringt das Holz. Er hat eine motorisierte Garette mit Panzerraupen. Wir stapeln die Holzscheite vor dem Haus.

Wir putzen am Samstag das ganze Casa la palma.

Wir fahren über den San-Bernardino-Pass zurück in die Deutschschweiz und hören dabei Pat Thomas und die Eels.

 
Dieser Artikel erschien zuerst auf dem Blog der Gruppe Konverter.

Attack of the Weekly Links: Tirol, Haiku, Delirium

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Neues aus Tirol | Kollege Saile hat sich vorgenommen, künftig auf dem Konverter-Blog regelmässig Neues aus dem Tirol zu berichten. In der ersten Folge gehts unter anderem um Fussballclubs und die neue Trendsportart Zum-Wandern-Anstehen.

1945 (H) | Apropos Konverter-Blog: con1rail veröffentlicht dort regelmässig Fotografien, Gedichte und Haikus. Letzte Woche hat er ein besonders schönes eben solches, also ein Haiku, veröffentlicht.

delirium N°12 | Die 12. Ausgabe des delirium-Magazins ist draussen. Wiedermal haben Leute texte geschrieben und andere Leute Kritiken dazu. Am 22. August findet die Vernissage statt (also wieder einmal zielgenau dann, wenn ich nicht kann).

Die Literatur-Guillotine

 
Wir zerstören, zerfetzen und zerhauen den Roman Troglodyt von Albrecht Füller und würgen ihn anschliessend herunter. Es geht um Platon, Fischsex und grosse Gefühle. Monsieur Spuckmaul, Madame Langfinger, Herr Gedankengrübler und Frau Feinbürger treten in den Ring und diskutieren, bis es nichts mehr zu sagen gibt. Anschliessend verwandeln sie sich wieder in Menschen und freuen sich, mit euch auf das Buch des Jahrtausends anzustossen.

 
Datum und Zeit: Freitag 21. August, 19 Uhr
Ort: Regensdorferstrasse 60

Die Nägel und die Toten

„Zu den Letzten ihres Standes gehören inzwischen auch die Dompteure der Dinosaurier des Industriezeitalters.“ So poetisch (wenn auch etwas gestelzt) beginnt die Kurzdoku Der Nagelschmied von Winterthur Von 1997 stammt es und aus der Reihe Der Letzte seines Standes? des Bayrischen Rundfunks. Regisseur Rüdiger Lorenz selbst hat einige der Folgen auf seinen Youtube-Kanal Handwerk-Zeitreise gestellt.

Der Nagelschmied von Winterthur ist ein Porträt von Arthur Paul, der noch mit 86 Jahren in der Nagelfabrik in Winterthur arbeitete. Es war und ist die letzte ihrer Art in der Schweiz. Heutzutage handelt es sich dabei in erster Linie um einen Museumsbetrieb, auch wenn tatsächlich immer noch Nägel hergestellt werden.

Lorenz‘ Doku selbst hat heute etwas Dinosaurier-Mässiges; die nostalgische Verklärung und die Kritik an der Moderne können einem mitunter auf die Nerven gehen. Aber die Gemütlichkeit der Erzählweise ist auch ziemlich charmant.
Zudem erinnert mich das Video daran, dass ich im März 2011 mal selbst in der Fabrik war – Kollege Albi führte dort sein Theaterstück Totenbetrieb auf. Den Einakter hatten wir 2008 in ganzer Gänze in der ersten Ausgabe des Konverter-Hefts abgedruckt.
Ein Stück über das Elend der Arbeiter.

Er gibt mir einen Job, da darf ich ihn doch nicht einen Schuft schimpfen! Ein Segen für die Menschheit, wer einem anderen Menschen Arbeit gibt. Das ist als ob er ihm Brot und ein Dach geben würde. Und was muss ich ihm im Gegenzug dafür geben? Doch beinahe nichts! Das bisschen Arbeit. Diese verdammte Schichtarbeit.

Das Stück spielte in der Haupthalle der Nagelfabrik, die Schauspieler bewegten sich zwischen den Maschinen. Ich erinnere mich an den Geruch von Beton, Motoröl und altem Stahl. Eine der Figuren, ich weiss nicht mehr, welche, trat von ganz hinten in der Halle auf, und bewegte sich mithilfe eines Trottinetts.

Der Mensch arbeitet, um zu leben, gibt sein Leben aber zugleich für die Arbeit hin. Im Stück kehrt unter anderem einer, der nach seiner Entlassung Suizid beging, an den Arbeitsplatz zurück. Wo soll er auch sonst hin? In die Hölle? Die kennt er zur Genüge.

In Der Nagelschmied von Winterthur sagt der Sprecher einmal über die Fabrik:

Es ist noch lebendiges Zeugnis. Gerade beginnende Industrialisierung. Massenfertigung. Automation. Die Maschine, das Maschinelle tritt in den Vordergrund. Verdreckt, verschmiert von Öl wird der Mensch Teil der Maschine. Er bedient sie, gibt ihr Leben, und sie vielleicht ihm. Aus Handwerkern werden Handlanger der Maschinen.

Noche de las peliculas mexicanas

Eben waren noch die aztekischen Ostern, jetzt kommt der mexikanische Filmabend.

Am Dienstag, 28. April ab 20 Uhr,
und zwar über Zoom.

Hier klicken bei Programmbeginn.

El infierno (2010) ist eine sehr populäre schwarze Komödie über die Drogenmafia in Mexiko. Der Film zeigt den Aufstieg des aus den USA abgeschobenen Narcos „El Benny“. Vor der Aufführung macht Saile eine kleine Einführung zum Thema „Drogenkrieg in Mexiko“.

Santo y Blue Demon contra los monstruos (1970) ist ein Beispiel für die Blütezeit des Lucha-Films: Die Super-Wrestler El Santo und Blue Demon legen sich mit dem bösen Monsterzüchter Dr. Halder an. Einführung in die Lucha-Libre-Kultur durch Rogerg.

Wer sich wie ein echter Luchador oder eine echte Luchadora fühlen will, kann sich eine eigene Maske basteln. Einfach die Vorlage unten auf ein A4-Blatt ausdrucken, auf einen Karton kleben, ausschneiden, anmalen, mit einem Locher auf jeder Seite jeweils ein Loch machen und die Maske mit Schnur oder Garn festbinden.

Wir zeigen die Filme auf Spanisch mit englischen Untertiteln.
 

(Anklicken und per Rechtsklick abspeichern.)

Ostern des Todes

Diese Ostern nimmt sich die Gruppe Konverter den Tod vor, der zur Zeit in jedem Hinterkopf anklopft, ob reich oder arm. Wie jedes Jahr versucht die Gruppe das Thema historisch, analytisch, dann wieder verspielt, bildnerisch, in Filmen oder gastronomisch auf die Spur zu gehen. Als Anlass dient ein zweifelhaftes Jubiläum, nämlich 1520, als das Reich der Azteken seinen eigenen Untergang, die Spanier, bei sich beherbergte und bekämpfte.

Ostern des Todes Virtuell

Freut euch jetzt schon auf Vorträge, Polemiken, auf Blödelei und Analysen. Diskutiert mit, hört zu, macht mit, aber vor allem:
Schaltet ein. Das komplette Programm findet über Zoom statt, zu dem ihr euch jederzeit ein- und wieder ausklinken könnt. Eine virtuelle Garage also.

Bitte hier klicken bei Programmbeginn.

Programm:

Donnerstag, 9. April – Eröffnung der Ostern und des Themas

20:00 Eröffnung: Der Tod
20:30 Vortrag: Azteken und Spanier. Als der Tod nach Amerika kam.
22:00 Kakaozeremonie

Freitag, 10. April – Vertiefung des Themas

20:00 Virtuelle Galerie: „Karussell des Todes“
22:00 Vortrag: Die aztekische Kosmologie und das Sterben

Samstag, 11. April – Sozialer Abend

18:00 Kochsendung mit Kolonialgemüse und Kulturgeschichte
20:00 Pubquiz: Lustig. Tod. Interessant.

Sonntag, 12. April – Filmabend: Der Tod und das Kino in Mittelamerika, plus eine Polemik

19:00 Film: Apocalypto Détournement
20:00 Polemik: Der Maximonkult
21:00 Film: Coco
22:30 Film: The Robot versus the Aztec Mummy

Montag, 13. April – Dilettantismus

16:00 Dilettantistische Fragestunde
18:00 Film: Revolte der Pinguine 2
20:00 Kongress der DI

Kurzlesungen zwischendurch: Die offenen Adern Lateinamerikas.

Hier gehts zum ausführlichen Programm.