Beavertown Gamma Ray (American Pale Ale)

Biertest | Mit Bier gehts mir genau so wie mit Filmen oder Büchern: Hats ein geiles Cover, so kauf ich mir das Zeug. Da geh ich letztens im Drinks of the World die Regale ab und stosse dabei auf eine Dose mit dem Bild von Astronauten, die auf dem Mars von Ufos totgeschossen werden. Zwei Typen im Vordergrund werden die Köpfe zu Totenschädeln zerbrutzelt.

Das Bier schmeckt dann überraschenderweise nicht nach verbranntem Fleisch, sondern sehr fruchtig und leicht. „[…] huge tropical aromas of mango and grapefruit“, heissts auf der Website der Brauerei Beavertown. Ja, kann ich bestätigen. Auch wenn sie dann ein wenig übertreiben: „[…] driving the punchy aromas so you can smell it from miles away!“
Derart stark ist der Geschmack dann doch nicht. Auch wenn ich zugeben muss, dass Gamma Ray für mich durchaus etwas zu fruchtig ist.

Beavertown ist eine kleine Brauerei in Tottenham, London, die anscheinend 2011 mit einem gewissen Logan Plant anfing, der zuhause selbst Bier braute und später ein BBQ-Restaurant eröffnete (das es allerdings nur bis 2017 gab; Beavertown hatte sich bis dahin längst verselbstständigt).

2012 kam Nick Dwyer hinzu, ein Illustrator, der sich den Namen Gamma Ray ausdachte und auf die Idee kam, das Bier mit Astronauten und Ufos zu bewerben. Dwyer sagt, seine Einflüsse seien die Fallout-Games, Futurama und Star Wars. Man erkennt in seiner Arbeit sicher auch Tim Burtons Mars Attacks! und das ganze 50er-Jahre-Science-Fiction-Zeug, auf dem der Film basiert.

Mein Lieblingsbier ist Gamma Ray zwar nicht, aber die Dose, die werd ich behalten.

Gamma Ray
Brauerei: Beavertown, London
Sorte: American Pale Ale
Alkohol: 5.4 Vol. -%
Offizielle Website
Bezugsquelle: Drinks of the World, Oerlikon

Niemand will die Charcuteria von Aurora kaufen

Aurora verkauft seit über 40 Jahren lokale Spezialitäten am Mercado von Burjassot und hat miterlebt, wie sich die Einstellung der Spanier zum Essen veränderte. Heute sucht sie verzweifelt nach einem Nachfolger.

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Burjassot ist ein Vorort von Valencia, Spanien. Als wir nach dem Weg fragen zum Mercado Municipal, werden wir erst in die falsche Richtung geschickt, zum alten Standort. Doch vor einigen Jahren ist der Markt umgezogen, von der Altstadt auf eine grosse Fläche neben einem Park und der Autobahn. Der Grund dafür war die Parkplatzsituation des alten Marktes. Der lag eingebettet in zu engen Gassen. Der Neue ist eine grosse, helle Stahlhalle, dreimal so gross die nun dazugehörige Fläche für Parkplätze. Über den Schiebetüren aus Glas hängt ein überlebensgrosses Foto von der lachenden Aurora. Sie ist hier eine Institution. Seit 40 Jahren verkauft sie Fleisch und Käse sowie selbstgemachte Saucen aller Art. Aurora wurde 1949 im kleinen Dorf Alarcon in der Provinz Cuenca geboren. Sie ist verheiratet mit Ramon – pensionierter Staatsbeamter, Comic- und Filmnerd sowie Sammler alter Spielsachen, Sprössling der valencianischen Künstlerdynastie der Palancas, Zeitlebens Fan von Real Madrid, schwärmt heute noch von Di Stefano, den er als Kind hat spielen sehen, Ramons Freunde nennen ihn „el maestro“.

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