Weihnachten mit Spider-Man


 

 
Das schönste Weihnachtsgeschenk für alle Ohren: Die lieben Leutchen von Megalife Radio Podcasts haben mich in ihre Filmkammer des Schreckens entführt eingeladen. Dort sprachen wir über Spider-Man: No Way Home. (Also, ich hab vor allem Blödsinn geredet in meinem unverständlichen Akzent.) Und ihr könnt euch das jetzt anhören.

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Hongkong 2018, Teil 1: Landung im Weihnachtswahn

 

Mittwoch, 5. 12. 2018

Flughafen Zürich. Ich folge Armada ins Gate E hinaus. Alles, was ich weiss, ist Folgendes: Es wird ein Langstreckenflug. Wohin? Keine Ahnung. Es ist eine Überraschung. Die Allerliebste hat es vor Wochen angekündigt, hat alles gebucht, geplant und gepackt. Tatsächlich hab ich mir jegliche Nachforschungen verkniffen, und das Umfeld hat pflichtschuldigst dichtgehalten.

Armada setzt mich in einen Wartebereich. Links von mir wird ein Flug nach Buenos Aires vorbereitet, rechts von mir einer nach Singapur. Erst im letzten Moment bringt mich die Allerliebste zum Boarding, und ich erfahre: Es geht nach Hongkong.

 

Donnerstag, 6. 12. 2018

Nach fast zwölf Stunden im Flugzeug steuern wir unser Ziel an. Im Kopf habe ich Bilder von spektakulären Anflügen mitten in die Stadt hinein; Linienflieger, die knapp an Wohnblöcken vorbeischrammen. Aber das war noch zu den Zeiten des alten Flughafens Kai Tak. Der wurde bereits 1998 geschlossen, aus Sicherheitsbedenken, und weil er das Verkehrsaufkommen kaum noch bewältigen konnte. Heute ist die Landebahn, die weit in die Kowloon Bay hinaus reichte, ein Fährterminal, das Flughafengelände wurde umgenutzt. Hongkongs Flughafen wurde auf die Insel Chek Lap Kok verschoben, die zu diesem Zweck eingeebnet und durch Aufschüttung vergrössert wurde.
(Mehr zu Kai Tak: Ruairidh MacVeigh: Hong Kong Kai Tak International Airport.)

Nach dem Aussteigen empfängt uns als Erstes ein medizinisches Team, denn alle Ankömmlinge werden mit grossen Scannern auf ihre Körpertemperatur kontrolliert. Auffallend viele Leute laufen mit Gesichtsmasken herum. Wohlgemerkt: Das ist ein Jahr, bevor irgendwer auf der Welt von Covid-19 gehört hat.
Das Tragen von Hygienemasken geht in China weit zurück: 1910 entwickelte der Arzt Wu Lien-teh welche, um einen Ausbruch von Lungenpest in der Mandschurei zu bekämpfen. Er liess sie damals im grossen Stil an die Bevölkerung verteilen; es war der erste Versuch dieser Art. Und er war ein Erfolg.
Ostasien hat die Lehren daraus gezogen. Die Leute tragen brav Maske, niemand schmäht sie als Maulkorb oder fantasiert schädliche Folgen für die Gesundheit herbei. Kein Wunder also, dass man dort das Coronavirus besser in den Griff bekommen hat.

Raus aus dem Flughafengebäude. Das Wetter ist wärmer als in Zürich und ein bisschen feuchter. Während unseres Aufenthalts werden die Temperaturen stets so um die zwanzig Grad betragen. Hongkong im Dezember ist angenehm mild.

Wir nehmen den Bus in die Innenstadt. Er fährt über lange Brücken und dreht nach Süden ab, ins urbane Zentrum von Hongkong. Wären wir stattdessen in den Norden abgebogen, würden wir das Hinterland der Sonderverwaltungszone durchqueren und wären in einer halben Stunde an der Grenze zu Festlandchina. Dort oben liegt Shenzhen, eine Riesenstadt mit 12.5 Millionen Einwohner*innen. Um einiges grösser als Hongkong mit seinen 7.5 Millionen.

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