ZFF 2017: 1945

1945
Regie: Ferenc Török
Drehbuch: Gábor T. Szántó, Ferenc Török (nach dem Roman von Gábor T. Szántó)
Ungarn 2017; 91 min.
Neue Welt Sicht: Ungarn

Der Film 1945 spielt im Jahre 1945 (sag bloss). Als die Nazis die Macht übernahmen, profitierte der Bürgermeister eines kleinen Dorfes davon, dass die jüdischen Anwohner enteignet und weggebracht wurden — er hat einen einträglichen Laden an sich gerissen. Doch jetzt, nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs, tauchen plötzlich zwei schwarzgekleidete Gestalten am Bahnhof auf. Es sind Juden! Wollen die etwa ihren Besitz zurück? Ausgerechnet an dem Tag, an dem der Sohn des Bürgermeisters heiratet? Das Dorf gerät in helle Aufregung.
(Jüdische Naziopfer, die ihre Sachen wiederhaben wollen, sind nervig; das wissen wir Schweizer nur allzu gut, gell.)

Gedreht in schwarzweiss, ist 1945 dunkelschwarz humorig. Davon abgesehen, ist die Kameraführung überraschend klassisch — der Einsatz der Zooms zum Beispiel gemahnt stark an die Siebziger. Und siehe da, Kameramann Elemér Ragályi ist einer von der ganz alten Schule, dreht schon seit 1968, nicht nur in Ungarn, sondern auch international, und zwar durchaus bekannte Filme wie The Phantom of the Opera (die Horrortrashversion von 1989 mit Robert Englund), Xavier Kollers Reise der Hoffnung oder das Robin-Williams-Holocaustdrama Jacob the Liar.

Werbung