Attack of the Weekly Links: Provokation und Witz, Fotos von Häusern, die Mafia in Las Vegas, Vietnams Kommunismus

Wer über Faisal Kawusi redet, muss von Comedy schweigen | Bernhard Hiergeist von Setup/Punchline über den Bezug von Provokation und Witz am Beispiel von Faisal Kawusi. «Der ist ja einer der Sorte Comedians, die lieber den Witz ausspart als die Provokation», schreibt Hiergeist und bringt ein Gegenbeispiel: Alex Stoldt, dem es um solide konstruierten Humor gehe. Wirklich sehr anguckenswert.
Allerdings würd ich dann doch anmerken: So lustig Stoldts Witze sind, fällt halt doch auf, dass die unterliegenden Vorstellungen (in dem Fall: von Beziehungen und den Geschlechtern) arg traditionell sind.

Post-Industrial England’s Boarded-Up Houses | Artikel für das Fotografiemagazin LensCulture der britischen Künstlerin Katharina Fitz. Für das Projekt Boarded-up Houses hat sie leerstehende, zugenagelte Häuser in Liverpool und Manchester fotografiert sowie gefilmt. Die Ästhetik ist gleichermassen charmant und erschreckend.

History of the Mob in Las Vegas | Der Cynical Historian über die Geschichte von Las Vegas und der Mafia. Ein Blick auf die Hintergründe des Mythos, den man aus Casino und Co. kennt.

Viet Minh? More like Viet Win | Der Podcast The Deprogram über Vietnams Kommunismus, mit der vietnamesischen Kommunistin Luna Oi als Gast. Erhellender Einblick in den real existierenden Sozialismus.

Attack of the Weekly Links: Adornos Sexus, Sehnsucht nach Bunkern, Afghanistan

Theodor W. Adorno: Sexualtabus und Recht heute | Vortrag von Adorno 1967 in Wien über den Sexus in der kapitalistischen Gesellschaft.
Lustig: Adorno erwähnt, dass die Thesen von Karl Krauss zum Thema immer noch Geltung haben, so wie Adornos Thesen zum Thema heute noch Geltung haben.
Sehr interessant wirds dort, (so um die 60-Minuten-Marke herum), wo es um die schädlichen Auswirkungen von gut gemeinten Rerformen geht. („Dieses Phänomen, dass die Reform innerhalb des schlechten Ganzen eher das Schlechte verstärkt als es bessert […]“.)

Bunkerträume | Essay über Bunker, von Florian Keller in der WOZ.
„Anders als etwa in der Schweiz, aber auch anders als in Skandinavien oder der damaligen Sowjetunion war die Schutzraumplanung in den USA schon damals nicht auf einen umfassenden staatlichen Bevölkerungsschutz ausgerichtet, wie Garrett schreibt: «Die US-Regierung hat nie versucht, Atomschutzräume für alle oder auch nur einen Bruchteil ihrer Bürgerinnen und Bürger zu bauen.» Die Bunker, die gebaut wurden, waren geheim und für die Regierung und die Armeespitze bestimmt, nicht für die Allgemeinheit. Getreu der individualistischen Doktrin des Landes ermunterte man die Menschen dazu, ihre Luftschutzkeller doch selber zu bauen.“

How Did the Taliban Win In Afghanistan? | Inzwischen hat der letzte US-Soldat Afghanistan verlassen. Wie kam es zur raschen Machtübernahme durch die Taliban? Das Video von History with Hilbert scheint mir eine gute Zusammenfassung zu sein. Erhellend ist auch diese Diskussion zwischen The Cynical Historian (ein Historiker, der als US-Soldat in Afghanistan war) und Hikma History (ein Historiker, der aus Afghanistan stammt).