Attack of the Weekly Links: Adornos Sexus, Sehnsucht nach Bunkern, Afghanistan

Theodor W. Adorno: Sexualtabus und Recht heute | Vortrag von Adorno 1967 in Wien über den Sexus in der kapitalistischen Gesellschaft.
Lustig: Adorno erwähnt, dass die Thesen von Karl Krauss zum Thema immer noch Geltung haben, so wie Adornos Thesen zum Thema heute noch Geltung haben.
Sehr interessant wirds dort, (so um die 60-Minuten-Marke herum), wo es um die schädlichen Auswirkungen von gut gemeinten Rerformen geht. („Dieses Phänomen, dass die Reform innerhalb des schlechten Ganzen eher das Schlechte verstärkt als es bessert […]“.)

Bunkerträume | Essay über Bunker, von Florian Keller in der WOZ.
„Anders als etwa in der Schweiz, aber auch anders als in Skandinavien oder der damaligen Sowjetunion war die Schutzraumplanung in den USA schon damals nicht auf einen umfassenden staatlichen Bevölkerungsschutz ausgerichtet, wie Garrett schreibt: «Die US-Regierung hat nie versucht, Atomschutzräume für alle oder auch nur einen Bruchteil ihrer Bürgerinnen und Bürger zu bauen.» Die Bunker, die gebaut wurden, waren geheim und für die Regierung und die Armeespitze bestimmt, nicht für die Allgemeinheit. Getreu der individualistischen Doktrin des Landes ermunterte man die Menschen dazu, ihre Luftschutzkeller doch selber zu bauen.“

How Did the Taliban Win In Afghanistan? | Inzwischen hat der letzte US-Soldat Afghanistan verlassen. Wie kam es zur raschen Machtübernahme durch die Taliban? Das Video von History with Hilbert scheint mir eine gute Zusammenfassung zu sein. Erhellend ist auch diese Diskussion zwischen The Cynical Historian (ein Historiker, der als US-Soldat in Afghanistan war) und Hikma History (ein Historiker, der aus Afghanistan stammt).

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Philip will über Sex reden

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Aufgrund dessen, dass Sex, Brüste, Scheiden, Mösen und Schwänze nicht nur in der Werbung und im Journalismus als Aufmerksamkeits-Garanten gehandelt werden, sondern auch in der Literatur ihre Höhepunkte genießen, macht diese Woche Phillip Roth den Auftakt, das Vorspiel quasi zur Kulturmutant-Reihe Lies mal, wer da lüstelt.

Absicht folgender Zeilen ist Einsicht in die Sexualmoral der Protagonisten diverser Bücher ausgewählter Autoren zu erlangen. Dazu gehört, dass wir uns intensiv mit dem Begatten, Beischlafen, Bestäuben, Bügeln, Bumsen, Bürsten, Dübeln, Kopulieren und Durchnudeln beschäftigen. Im Grunde also wie das Liebe-Machen dargestellt, was es evoziert, wo es aneckt, übers Ziel hinausschießt, zu spät oder gar nicht kommt — gar abstoßend wirkt.

Da es von literarischen Lustmäulern nur so wimmelt, haben wir uns auf folgende Autoren, ohne Exklusivität, geeinigt: Der bereits genannte Philip Roth, Michel Houellebecq, John Updike, Quim Monzo und Elfriede Jelinek

Unser heutige Autor, der jedes Jahr knapp am Nobelpreis vorbeisegelt, ist Provokateur und Altmeister zugleich, ein umjubelter Skandalautor und subversiver Eigenbrötler. Philip Roth ist Liebling, oder zumindest Lieblingsautor von mindestens einem Feuilleton-Redakteur großer Zeitungen, dazu später mehr. Neben psychoanalytischen Nebenschauplätzen und zahlreichen Identifikationsspiralen des jüdisch-amerikanischen Schriftstellers aus New Jersey, faselt Roth gut und gerne über Sex, Fleischeslust und körperliche Begierde. Ein beispielhafter Kandidat für unsere noch jungfräuliche Serie, die sich hier mit den dreien Werken von Roth; Professor der Begierde, Die Brust und Das sterbende Tier beschäftigt. Weiterlesen