Gastbeitrag: „Die Engagierten Zuschauer“

[Es handelt sich hier um einen Gastbeitrag des Kritikerclubs, der ursprünglich hier zuerst veröffentlicht wurde; gleichzeitig ist das ein Veranstaltungshinweis für deren Abschlusspräsentation diesen Freitag, 27.5. ab 19 Uhr im Literaturhaus.]

I

Es gehört zu meinen Pflichten, Schönes zu vernichten als Musikkritiker, Sollt ich etwas Schönes finden, Muß ich’s unterbinden als Musikkritiker. Mich kann auch kein Künstler überlisten, Da ich ja nicht verstehe, was er tut.“

(Georg Kreisler, Der Musikkritiker)

 

Kreislers Abrechnung mit den Musikkritikern ist selbst eine Kritik. Er drischt zwar auf dem Vorurteil herum, aber es ist ergötzlich. Auch wenn sich die Kritik seit den 60ern gewandelt hat (und vor allem die Kritiker und Kritikerinnen: Es gibt überhaupt mehr von zweiteren und erstere sind nicht mehr so alt und arrogant wie sie früher waren), so lebt das Vorurteil weiter. Es soll jetzt nicht darum gehen, dieses Vorurteil zu bedienen, aber ich möchte es doch als äussersten Punkt nehmen, von dem ich beginne. Es soll darum gehen, wie das Verhältnis zwischen Kritik und Publikum auch beschaffen sein könnte.

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