Attack of the Weekly Links: Norm Macdonald, der Untergang Roms, das Patriarchat in der psychischen Entwicklung

Norm Macdonald: Moth Joke | Norm Macdonald ist gestorben, mit 61 Jahren an Krebs. Er ist einer meiner Lieblingskomiker. Der Motten-Witz, den er bei Conan erzählte, gibt einen guten Eindruck seines Humors. Sehr schön (und kürzer) sind natürlich auch die Weekend Updates bei Saturday Night Live.

Is the „fall“ of the Roman Empire a myth? The Rise and Fall of the Ostrogoths | Sieben, fünf, drei: Rom schlüpft aus dem Ei. Vier, sieben, sechs: Rom ist ex. So hab ichs in der Schule gelernt. Dass das Römische Reich keineswegs im Jahr 476 untergegangen ist, war mir schon länger klar. Aber in dieser Vorlesung geht der Historiker John C. Hamer näher auf das Thema ein, und dabei hab ich einige neue Sachen darüber gelernt. Unter anderem: Wenn man will, kann man den endgültigen Untergang des Römischen Reiches auf 1806 setzen.

Les couilles sur la table: Ce que le patriarcat fait à l’amour | In dieser englischen Folge des französischen Podcasts Les couilles sur la table spricht Victoire Tuaillon mit der Genderforscherin Carol Gilligan («Why Does Patriarchy Persists?»). Es geht darum, wie das Patriarchat die psychische Entwicklung von Männern im Kindesalter beeinflusst.

Winkelried und die Geschichtsschreiber

Die älteste Darstellung von Zürich stammt von 1485 — man findet sie in der Zürcher- und Schweizerchronik von Gerold Edlibach (1454-1530), auch bekannt als Edlibachchronik. Zu sehen ist die Belagerung der Stadt durch die anderen Eidgenossen im Alten Zürichkrieg. 1444 war das. Zürich und Schwyz hatten sich damals um die Erbschaft des Grafen von Toggenburg gestritten, was einen kleinen Krieg unter den Acht Alten Orten auslöste. Irgendwie muss man ja die Zeit füllen.

Wie so oft in mittelalterlicher Kunst, stimmt auf der Zeichnung das Grössenverhältnis von Menschen und Häusern überhaupt nicht, und irgendwie hat Edlibach bei der Ausrichtung der Stadt und ihrer Bauwerke einiges durcheinandergebracht — das Bild insgesamt ist seitenverkehrt, und die Schöpfräder der Limmatmühlen befinden sich auf der falschen Seite der Brücken. Solche Sachen.

Hier kann man sich das ganz genau in der digitalisierten Fassung anschauen. Die meisten Handschriften in der Ausstellung sind online frei zugänglich; hier ist der Link mit der Liste (einfach runterscrollen).

Allen Fehlern zum Trotz: Das Bild ist ein wichtiger Blick zurück in die Stadtgeschichte. Und jetzt kann man es sich im Original in der Ausstellung Krieg und Frieden in der Zentralbibliothek ansehen. Der Ausstellungstitel ist eher nichtssagend, der Untertitel jedoch klärt einiges auf: Bilderchroniken aus der Frühzeit der Alten Eidgenossenschaft.

Angefangen mit der Tschachtlanchronik von 1470, fertigten Schweizer Chronisten im 15. und 16. Jahrhundert Pergament- und Papierhandschriften an, in denen sie die Geschichte der Eidgenossenschaft niederschrieben und mit prächtigen Bildern versahen. Weder Geschichtsbücher noch Buchillustrationen waren dazumal eine neue Idee — aber Geschichtsbücher mit Buchillustrationen? Was das anbelangt, waren die Schweizer anscheinend die ersten.

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