Vier Städte an der Ostsee, Teil 4: Sankt Petersburg, Teil 1

Reisebericht | Im Jahr 2019 besuchten die Allerliebste und ich vier Städte, die an der Ostsee liegen: Helsinki, Tallinn, Stockholm und Sankt Petersburg. Die russische Grossstadtd war unsere letzte Station; wir besuchten sie Ende Oktober. Dort bekamen wir es mit Peter dem Grossen, Lenin oder Dostojewski zu tun, und wir stellten fest, dass halbsüsser georgischer Rotwein eine wunderbare Sache ist.

 

Samstag

Wir fahren mit dem Taxi vom Flughafen Pulkowo ins Stadtzentrum, schauen aus dem Fenster und versuchen, Strassenschilder, Ladenschilder oder Werbeplakate zu lesen. Zwar haben die Allerliebste und ich das kyrillische Alphabet gelernt, aber wir können es noch nicht flüssig entziffern.
Vor allem eins wird mir bewusst: Flüssiges Lesen bedeutet nicht, dass man Buchstaben schnell erkennt, sondern Wörter. Gewisse russische Wörter erkenne ich sofort, aber bis ich jeweils ein mir unbekanntes Buchstabe für Buchstabe durchgegangen bin, ist das Taxi schon weitergefahren. Ich komm mir vor wie ein Grundschüler.

Vom Taxi aus sehen wir den Moskauer Platz, den grössten von Sankt Petersburg. Am gegenüberliegenden Ende steht ein gewaltiger Kasten im Stil des sozialistischen Klassizismus, davor, in der Mitte des Platzes, eine monumentale Statue von Lenin*. Um ihn kommt man wohl nicht herum in dieser Stadt, die von 1924 bis 1991 nach ihm benannt war.
*Alles, was man über Lenin wissen muss, erfährt man hier.

Wir checken ein im Station Hotel Z12 und stürzen uns anschliessend ins Nachtleben:

Abendessen im Restaurant-Komplex Symposium. Die Speiseräume sind eingerichtet wie eine Hausbibliothek des 19. Jahrhunderts. Ausgezeichnete Küche. Wir essen Pelmeni (russische Dumplings), Fisch und Rind.
Zum Nachtisch gibts gefüllte Cones, die in einer Schale mit ungekochtem Gries gereicht werden.

Der Newski-Prospekt ist die grosse Prachtstrasse der Stadt. Gewaltiger Verkehr, Menschenmassen, teure Restaurants, teure Läden.
In der unterirdischen Passage entdecken wir Schokoladen-Pistolen.
Wir verbringen viel Zeit im Dom Knigi (Haus der Bücher). Die Russen sind Leseratten; an allen Ecken und Enden gibts Buchhandlungen, Büchercafés und Gleichartiges.

Gegenüber des Bücherhauses, auf der anderen Seite des Newski-Prospekt, liegt die Kasaner Kathedrale. Sie ist abends geschlossen, aber neben dem Sakralbau führt eine kleine Brücke über den Gribojedow-Kanal. Auf dieser Brücke stehen ein paar junge Frauen mit Colaflaschen. Sie schütten einen Teil des Inhalts ins Wasser, um die Fläschchen anschliessend mit Rum aufzufüllen.

In einer Unterführung stossen wir auf lauter Souvenir-Stände. In der Auslage: Tassen mit der Konfertei von Lenin, Stalin und Putin.

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