Lebenszeichen: Werner und der Proto-Kinski

Der erste Film, den Werner Herzog mit Klaus Kinski drehte, war Aguirre, der Zorn Gottes (1972). Aber eigentlich war schon Herzogs Langfilmdebüt ein Kinski-Film: Lebenszeichen (1968).

Dort sehen wir Peter Brogle als Stroszek, einen Wehrmachtssoldaten im Zweiten Weltkrieg, der nach einer Verletzung und einem Aufenthalt im Lazarett auf die Insel Kos versetzt wird. Begleitet wird er von seiner Frau Nora (Athina Zacharopolou) sowie von zwei ebenfalls genesenen Kameraden – dem dicken, lauten Meinhard (Wolfang Reichmann) und dem dünnen, stillen Becker (Wolfang von Ungern-Sternberg).

Die vier richten sich in einem alten Kastell ein, wo sie ein griechisches Munitionslager bewachen. Viel kann die deutsche Armee mit dem Zeug nicht anfangen, weil deutsche Waffen und griechische Kugeln nicht kompatibel sind. Aber es wäre halt blöd, wenn das Material in die Hände der Partisanen fiele, die die umliegenden Berge unsicher machen.

Der Einsatz besteht aus Nichtstun und Langeweile. Im Schatten hocken und schwitzen. Der Höhepunkt der Aufregung ist, dass Meinhard Kakerlaken fängt oder dass ein «Zigeuner» (Julio M. Pinheiro) mit seiner Drehorgel vorbeischaut.

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Halloween 2021: Monster Dog

Was, schon wieder ein Claudio-Fragasso-Film? Der italienische Schrott-Regisseur verfolgt mich echt in meinen Albträumen. Letztes Jahr hab ich zu Halloween Rats: Notte di terrore besprochen, den dystopischen Ratten-Horror, den Fragasso zusammen mit seinem ewigen Komplizen Bruno Mattei verbrochen hatte.
Direkt danach machte er Monster Dog – ohne Hilfe von Mattei, dafür mit der seiner Frau Rossella Drudi. Sie ging ihm beim Drehbuch zur Hand (allerdings ohne dafür einen Credit zu kriegen).
Ausserdem beteiligt: Schock-Rocker Alice Cooper in der Hauptrolle. Allein schon das dürfte einen Blick wert sein.

Wie kams zum Film? Der holländisch-italienisch-amerikanische Produzent Eduard Sarlui hatte seinerzeit Rats gesehen und war davon derart begeistert (weshalb auch immer), dass er Fragasso gleich für einen weiteren Tierhorror engagierte. Die Logik: Wenns mit Ratten geklappt hat, klappts sicher auch mit Hunden. White Dog (1982) oder der Stephen-King-Verfilmung Cujo (1983) waren ja einträgliche Vorbilder.

Wobei Monster Dog in erster Linie schon ein Werwolf-Film ist. Das Genre war Anfang der Achtziger gross in Mode:
An American Werewolf in London (1981), The Howling (1981), Wolfen (1981), The Company of Wolves (1984), nur um ein paar zu nennen.

Aber schon klar: Hund, Wolf, ist doch eh dasselbe. So oder so, Hunde-Werwolf-Horror war genau das Richtige für einen Trittbrettfahrer wie Fragasso.

Er und sein Team drehten im Frühling und Sommer 1984 in Spanien. Das Land hatte sich spätestens in der goldenen Zeit des Spaghetti-Westerns als kostengünstige Drehstätte für Produktionen aus aller Welt etabliert. (Fragasso und Mattei selbst hatten dort 1979/1980 Virus: Hölle der Lebenden Toten runtergekurbelt.)

Zudem ist Spanien insofern eine sinnige Produktionsstätte für Monster Dog, als dass dort Paul Naschy wirkte – er war der Ober-Werwolf der Kinowelt, spielte einen solchen von 1968 bis 2005 in fünfzehn Filmen (je nach Zählung könntens auch vierzehn oder sechzehn gewesen sein). Wer sich im Werwolf-Genre auskennt, kennt den unglückseligen Polen Waldemar Daninsky. (Naschy verkörperte durchaus auch andere Filmmonster, aber das ist ein anderes Thema.)

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Zurich Film Festival 2021, Teil 2: Die fünf Besten

Das Allgemeine und die Tiefpunkte des 17. ZFF hatten wir hier. Jetzt gehts um die Filme, die ich besonders gut fand und weiterempfehle.

 
A Cop Movie | Alonso Ruizpalacios, Mex 2021, 107 Min. | Diese Doku erzählt vom Polizeiwesen in Mexiko-Stadt mit einem Reenactment-Experiment. Eine Schauspielerin und ein Schauspieler stellen Teresa und Montoya dar, die bei der Polizei arbeiteten, bis sie wegen einem Fall von Vetternwirtschaft ihre Karriere verloren. Ein cleveres Spiel mit Realität, Theater und Polizeifilm-Klischees.

 
Life of Ivanna | Renato Borrayo Serrano, Rus/Nor/Fin/Est 2021, 80 Min. | Life of Ivanna hat den Dokumentarfilm-Wettbewerb gewonnen, und das zu Recht. Ivanna ist eine Indigene, lebt in der sibirischen Tundra als Rentier-Züchterin. Mit ihren fünf Kindern hat sie einen Wohnschlitten, eine Art Container auf Kufen mit einem Holzofen. Sie ziehen von Ort zu Ort. Eisige Kälte, gewaltige Stürme. Ein kleiner Sohn von Ivanna zündet für sie ihre Zigaretten an. Ein Highlight ist das Schlachten eines Rentiers; dann gibts frische (rohe) Leber und dampfendes Blut. Ivannas Mann verbringt seine Zeit in der nächstgrösseren Stadt. Er ist ein Taugenichts, säuft zu viel und schlägt Ivanna. Lässt sie sich das gefallen? Ein Leben des Extreme.

 
Swan Song | Todd Stephens, USA 2021, 105 Min. | Udo Kier als ein alter schwuler Coiffeur, der im Altersheim von Sandusky, Ohio versumpft und seiner grossen Liebe nachtrauert. Dann kommt ein letzter Auftrag: Er soll seine ehemals beste Kundin, die gestorben ist, für ihre Beerdigung herrichten. Das wühlt einiges auf. Inspiriert vom wahren Leben eines gewissen Pat Pitsenbarger. Sehr melodramatisch, mit charmant verstrahlten Dialogen. Ich habe geweint.

 
The Card Counter | Paul Schrader, USA/GB/China 2021, 112 Min. | Ein Glücksspieler (Oscar Isaac), der sich William Tell nennt, war einst als Soldat in Abu-Ghuraib stationiert und hat gefoltert. Er kam dafür ins Militärgefängnis, sein Vorgesetzter (Willem Dafoe) kam ungeschoren davon. Ein ehemaliger Kamerad beging Suizid; dessen Sohn (Tye Sheridan) will Vergeltung. Trockenes, eiskaltes Rachedrama mit einer fantastisch guten elektronischen Filmmusik.

 
The Innocents | Eskil Vogt, Nor/S/Dä/Fin/F 2021, 117 Min. | Eine Wohnsiedlung am Waldrand in Norwegen. Die kleine Ida zieht mit ihren Eltern und ihrer älteren Schwester, die Autismus hat, dorthin. Ein Junge und ein Mädchen aus der Nachbarschaft haben übersinnliche Fähigkeiten — und bald stellt sich heraus, dass auch Idas Schwester welche hat.
Das Problem: Der Junge hat eine böse Seite an sich. Bald kommts zwischen den übersinnlichen Kleinen zum Krieg.
Wir haben hier also quasi die Arthouse-Version von Scanners. Mit Kindern. Mein Lieblingsfilm des diesjährigen ZFF.

 
Die Gewinnerfilme des 17. Zurich Film Festivals gibts hier.

 

17. Zurich Film Festival
Zürich 2021
Do 23.9.–So 3.10.2021
zff.com

Zurich Film Festival 2021, Teil 1: Das Allgemeine und die Tiefpunkte

Das 17. ZFF stand einmal mehr im Zeichen der Pandemie – in die Kinos oder ins Festivalzentrum durfte nur, wer ein Zertifikat vorweisen konnte. Dafür ist die Maskenpflicht gefallen, und wir durften (oder besser: mussten) uns wieder neben wildfremde Leute setzen. Es ist immer noch ein wenig gewöhnungsbedürftig.

Neu am ZFF: Das Kongresshaus als Spielstätte. Dort gibts einen riesigen Saal mit fast 1300 Plätzen. Ich habs allerdings fertiggebracht, keinen einzigen Film dort zu gucken. Naja, vielleicht nächstes Jahr.

Ebenfalls neu: Das ZFF hat jetzt ein Signet, also ein kurzes animiertes Symbol mit Musik. Das vor jeder einzelnen Vorstellung gelaufen ist (selbst in den Pressevisionierungen). Die pompöse, plärrende Fanfare entwickelt nach dem zehnten oder zwanzigsten Mal durchaus einen gewissen Nerv-Faktor.

Jetzt aber zu den Filmen.

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Fantoche 2021: Splatter-Trash, Filmgeschichte und Mutanten

Das diesjährige Fantoche war mein erstes Kinoerlebnis mit Zertifikatspflicht. Wobei, auch wenn sie es nicht mussten, die meisten Leute haben noch Masken getragen und die Abstände eingehalten, wo es ging. Sehr verantwortungsbewusst.

Gewisse Anfangsschwierigkeiten gabs auf Seiten der Kinogänger:innen: Ein Freund von mir, der extra für eine Vorstellung angereist war, hatte nicht verstanden, dass er ein Zertifikat braucht (das war noch vor der Einführung der offiziellen Pflicht), und keines dabei, weder ausgedruckt noch auf dem Handy.
Es gab zwar ein kostenloses Testcentre beim Festivalzentrum, aber bis wir dort und zurück beim Kino Trafo gewesen wären, wäre der Film zur Hälfte vorbei gewesen. Pech. Stattdessen gingen wir in die Unvermeid-Bar des Teatro Palino. Hat uns gefallen.

Was war aber mit den Filmen, die ich gesehen habe? Das hier sind meine Lieblinge aus dem Programm.

 
Historie de Mr. Vieux-Bois | Lortac & Cavé, CH 1921, 12 Min. (Ausschnitt) | Der Schweizer Animationsfilm feiert dieses Jahr sein 100-Jahre-Jubiläum, 1921 erschien nämlich Histoire de Mr. Vieux-Bois. Genau genommen wurde er in einem Pariser Studio produziert, aber die Auftragsgeber kamen aus Genf, und als Vorlage diente ein Comic von Rodolphe Töpffer (ebenfalls ein Genfer).

Zum Jubiläum hat die GSFA (der Verband der Schweizer Animationsfilmer:innen) ein Filmprogramm zusammengestellt. Eine Auswahl daraus hatte Vorpremiere am Fantoche. Und diese Begann mit dem ersten Teil von Histoire de Mr. Vieux-Bois (ca. 12 Minuten).

Die Animation basiert auf Legetrick (vorgefertigte Elemente werden auf einem Hintergrund verschoben) und wirkt aus heutiger Sicht primitiv, die Story ist nicht grad berauschend: Mr. Vieux-Bois verliebt sich in eine Frau, sie will nichts von ihm wissen, er begeht mehrere Suizid-Versuche.
Lustig: Gezeigt wurde eine Version mit deutschen Zwischentiteln, und diese Titel sind voller Rechtschreibfehler und fragwürdiger Übersetzungen. Der Film hat es seinerzeit nicht in die Deutschschweiz geschafft.
Sehr cool jedoch war die Live-Musikbegleitung. (Melissa Chen an der Geige.)

 
Night Bus | Joe Hsieh, Taiw 2020, 20 Min. | Der Film war im Internationalen Wettbewerb zu sehen; zu Beginn der Vorstellung liess die Moderatorin durchblicken, im Programmationsteam sei der kontrovers diskutiert worden. Kein Wunder: Night Bus ist miserabel animierter Splatter-Trash über eine nächtliche Busfahrt, die in Gewalt und Tod endet. Durch und durch haarsträubend. Aber zweifellos der lustigste Film des Festivals.
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The End of the Track: Ein Schmuddelfilmer fängt klein an

The End of the Track (1970) ist der zweite Spielfilm von Tun-Fei Mou (1941–2019), auch bekannt als T. F. Mous.
Wer sich mit dem extremen asiatischen Kino auskennt, weiss: Das ist der Regisseur von Men Behind the Sun (Hei tai yang 731), einem berüchtigten Exploitation-Film von 1988. Der handelt von den Kriesgräueln der Japaner während des Zweiten Weltkriegs in China. Genauer gesagt, von der Einheit 731 unter Führung von General Shiro Ishii (auch bekannt als japanischer Mengele). Der Film zeigt im Detail, wie die Einheit Experimente an Menschen durchführt.

Unter anderem ist zu sehen, wie die Militärärzte einer Frau die Unterarme einfrieren. Nach einer Weile darf sie sie in ein Becken mit warmem Wasser halten. Danach schält ihr ein Arzt die Haut der Arme von den Knochen wie Handschuhe.

Ein andermal locken die Ärzte einen chinesischen Jungen in einen Operationssaal – wo sie ihn betäuben und seine Organe für die Forschung entnehmen. Angeblich hat Mou für die Szene die Erlaubnis eingeholt, die reale Autopsie an einem Kind zu filmen.

Harter Stoff. Mou sagt in Interviews immer wieder, dass es sein Bedürfnis gewesen sein, die Welt über die Verbrechen der Japaner aufzuklären. Men Behind the Sun fährt aber, wenn wir Filme über ein anderes Menschheitsverbrechen zum Vergleich heranziehen wollen, weniger die Schiene von Schindler’s List als die von Ilsa, She Wolf of the SS.
Will sagen: Das ist Sensationalismus unter einem Deckmäntelchen von Pseudo-Aufklärung. Bestenfalls ist es Propaganda.

Der Film erhielt zwei Sequels von anderen Regisseuren, Mou selbst drehte später Black Sun: The Nanking Massacre (1995) über das Wüten der japanischen Armee in Nanking 1937. Daneben filmte er Martial-Arts-Filme, Action und Erotik.

Aber wie sieht nun das Frühwerk dieses Mannes aus?

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Disciples of Shaolin: Schlacht der Webstühle

Cheh Chang (1923–2002) war einer der ganz grossen Namen des Martial-Arts-Genres und des Hongkong-Kinos. Er stieg schon in den 1940ern ins Filmgeschäft ein, damals noch in Shanghai. Nach der Machtübernahme der Kommunisten verschlug es in nach Taiwan, weil er der Kuomintang nahestand und insbesondere Chiang Ching-kuo, einem Sohn von Parteiführer Chiang Kai-shek.
1957 zog es Chang nach Hongkong. Dort heuerte er beim Shaw Brothers Studio an und etablierte sich mit dem immensem Erfolg von One-Armed Swordsman (1967) als Regiestar.

Unter anderem führte er Co-Regie bei The Legend of the 7 Golden Vampires (1974), einer Zusammenarbeit der britischen Hammer Films mit dem Shaw Brothers Studio. Da kämpft Peter Cushing als Van Helsing in China gegen hüpfende Vampire.

Zur Erläuterung: Die Shaw Brothers waren damals die absoluten Könige der Hongkonger Filmindustrie und prägten das, was man sich unter einem Martial-Arts-Film vorstellt. Zumindest, bis das Konkurrenz-Studio Golden Harvest ihnen den Rang ablief (selbiges hatte es geschafft, einen gewissen Bruce Lee zu verpflichten).

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Die Schönheit eines zerschossenen PDF: Das Mädchen und die Spinne

Das Mädchen und die Spinne ist der Nachfolgefilm zu Das merkwürdige Kätzchen. Ein weiterer Film ist geplant, der die Tierfilm-Trilogie abschliessen soll: Der Spatz im Kamin.

Mädchen/Spinne ist der zweite Langspielfilm der Zwillingsbrüder Ramon und Silvan Zürcher. Die beiden stammen aus dem Bernischen. Gedreht haben sie in einer ehemaligen Bierbrauerei in Bern (genug Platz, um Kulissen-Wohnungen zu bauen). Vor den Fenstern standen Greenscreens, auf die später Aussichten auf Bern und Berlin aufgespielt wurden.

Eine WG. Lisa (Liliane Amuat) zieht aus und in eine eigene Wohnung, Mara (Henriette Confurius) bleibt zurück mit Markus (Ivan Georgiev). Zwischen Mara und Lisa stimmt irgendwas nicht. Mara ist sowieso seltsam drauf. Sie macht zum Beispiel ein Loch in einen Becher und lässt Rotwein über den Tisch laufen.

Lisas Mutter (Ursina Lardi) hat Freude an Möbelschlepper Jurek (André Hennicke), Umzugshelfer Jan (Flurin Giger) hat Freude an Mara, landet aber zuerst mit der Nachbarin Kerstin (Dagna Litzenberger-Vinet) im Bett und dann mit Nora (Lea Draeger), der Mitbewohnerin der Nachbarin.

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Wonder Woman, Teil 1 bis 1984

Nach grossem Hin und Her ist Wonder Woman 1984 inzwischen doch noch in den Zürcher Kinos gelandet. Wir erinnern uns: Wegen Corona hat Warner Bros. den Kinostart immer wieder vertagt und sich schliesslich auf eine Streaming-Premiere verlegt. Dort, wos ging, brachte Warner den Film zusätzlich ins Kino.
Für die Schweiz heisst das, dass man Wonder Woman 1984 seit Anfang März auf Sky Show gucken kann; erst jetzt mit der Kinoöffnung ist er auch in die Säle gekommen. Immerhin: Er hielt sich eine Weile in den Charts auf Platz 1 (inzwischen ist er auf Platz 7 runtergepurzelt).

Ich jedenfalls hab ihn mir auch angesehen, vorher aber noch den ersten Teil nachgeholt. Der Konsens der Kritik scheint zu sein: Wonder Woman ist kein Meisterwerk, aber solide, Wonder Woman 1984 dagegen eine Totalkatastrophe. Prüfen wir mal nach, ob das stimmt.

 
 

Wonder Woman

Auf einer magischen Insel im Mittelmeer versteckt sich das Volk der Amazonen und bewacht dort den sogenannten Gotttöter, eine Superwaffe, mit der man einen Gott töten kann. Gedacht ist sie für den bösen Kriegsgott Ares: Gottvater Zeus hat den einst besiegt, aber da er eine Rückkehr von Ares befürchtete, hat er eben den Gotttöter erschaffen. Hab ich oft genug „Gott“ gesagt?

Auf besagter Insel wächst Diana (Gal Gadot) auf, lernt zu kämpfen und stellt fest, dass sie besondere Kräfte hat. Die hat sie noch nicht wirklich unter Kontrolle, aber im Finale kann sie dann plötzlich damit umgehen und damit den Bösewicht besiegen. Ihr merkt schon, die Story ist sehr einfallsreich.

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Hund frisst Katze: Space Dogs vs. Stray

Space Dogs ist ein drastischer Film. Die Doku folgt einigen Strassenhunden in Moskau, schildert deren Alltag. Es ist kein schöner Alltag: Die Tiere durchwühlen Mülltonnen, werden von Hundefängern verfolgt. Einmal fressen ein paar Welpen vergiftete Köder und verenden daran. Ein andermal jagen zwei der Hunde eine Katze und erlegen sie. Die Kamera hält beim Todeskampf drauf.
Ich sah den Film in der Pressevorführung in Locarno; bei dieser Szene verliessen reihenweise Kolleginnen und Kollegen den Saal.

Dazwischen Archivaufnahmen aus der russischen Weltraumforschung. Moskauer Strassenköter wurden in den Fünfzigern eingefangen, operiert und in Raketen gesetzt. Laika erlangte Berühmtheit als das erste Lebewesen, das Menschen ins All schossen. Dort im All starb sie dann auch.

Stray ist ein nicht ganz so drastischer Film. Die Doku folgt einigen Strassenhunden in Istanbul, schildert deren Alltag. Einmal stossen zwei der Hunde auf eine Katze und jagen sie. Sie entkommt auf einen Baum. Auch wenn die Begegnung harmlos ausgeht: Mit der Erinnerung an Space Dogs im Hinterkopf musste ich schlucken.

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