Kinoempfehlungen Do 6.8.2020

„Und, läuft etwas Gutes im Kino?“ Die Frage ist der Fluch aller FilmkritikerInnen. Aber eigentlich ist sie ja verständlich. Zum Spass hab ich mir das Programm der aktuellen Zürcher Kinowoche durchgesehen und zähle hier alles auf, das ich persönlich für sehenswert halte:

About Endlessness | Der jüngste Film des schwedischen Regisseurs Roy Andersson. Wieder eine Sammlung von Vignetten trockenen Humors, gefilmt mit unbeweger Kamera. Seltsamerweise gehen viele meiner Kollegen mit dem Film hart ins Gericht. Ich dagegen find ihn einmal mehr genial.

Citoyen Nobel | Eine Doku über den pensionierten Biophysiker Jacques Dubochet. Er gewinnt 2017 den Nobelpreis; der Film zeigt, wie sich dadurch sein Leben ändert. Die Aufmerksamkeit, die ihm plötzlich zuteil wird, nutzt er, um sich für die Klimajugend einzusetzen. Hier ist meine Kritik für den Züritipp.

L’île aux oiseaux | Ein versehrter junger Mann fängt einen Job in einer Vogelwarte an, wo versehrte Tiere gepflegt werden. Eine wunderbar nüchtern erzählte Mischung aus Doku und Fiktion. Mein aktueller Lieblingsfilm. Und nur eine gute Stunde lang!

Little Women | Das Leben von vier Schwestern in der Zeit des amerikanischen Bürgerkriegs. Greta Gerwig (Lady Bird) hat den Literaturklassiker clever verfilmt; er ist herzerwärmend auf die beste (also nicht verlogene) Art.

Parasite | Dass Parasite ein guter oder zumindest sehr interessanter Film ist, hat sich inzwischen wohl herumgesprochen. Und die düstere südkoreanische Gesellschaftssatire läuft tatsächlich immer noch in den Kinos. Fun fact am Rande: Im Film spielt die Schweiz eine kleine Rolle.

The Peanut Butter Falcon | Wie soll ichs sagen: Filme über oder mit Menschen mit Behinderung sind oft furchtbar. Nicht so The Peanut Butter Falcon. Hier meine Kritik für den Züritipp.

The Souvenir | Ein Indie-Darling aus England: Eine Filmstudentin (Honor Swinton Byrne) lernt einen Typen aus dem Aussenministerium (Tom Burke) kennen und lässt ihn bei sich einziehen. Eines Tages entdeckt sie in seiner Armbeuge Nadelstiche. Ein halb-autobiographisches Beziehungsdrama, auf eine ganz ungewöhnliche Art erzählt. Tom Burke erinnert an einen jungen Stephen Fry. Honor Swinton Byrne ist die Tochter von Tilda Swinton, die eine kleine Rolle als ihre Mutter hat.

Hellboy | Zum Abschluss eine Reprise. Das Xenix hat zurzeit ja ein Open-Air-Programm; im Kinosaal zeigts derweil die Reihe Tres Mex mit Filmen von Alfonso Cuarón, Alejandro González Iñárritu und Guillermo del Toro. Del Toros Hellboy ist immer noch äusserst knorke (ganz besonders im Vergleich zum unterirdisch beschissenen Reboot vom letzten Jahr).

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