Attack of the Weekly Links: Gary, Andy, Fear and Delight

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The Far Side | Das ist nun eine echte Sensation: Gary Larson hat eine eigene Website aufgemacht! The Far Side ist der bekannteste Zeitungscartoon der Welt (vergleichbar sind gerade mal Peanuts, Garfield und Calvin and Hobbes, aber das sind alles Zeitungscomics). Larson hat sich immer geweigert, sein Werk ins Netz zu bringen, aber jetzt endlich, mit bloss einem Vierteljahrhundert Verspätung, hat es sich doch noch dazu durchgerungen.

 
Musikvideos der Woche:

Attack of the Weekly Links: Ein Restaurant, Brecht, Palpatine und Reisekrankheit

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Yu-An | Das japanische Restaurant war dieses Jahr eine Weile geschlossen wegen eines Brandes. Jetzt haben sie aber wieder aufgemacht, und ihren Ramen find ich toll. Den kalten Grüntee auch.

Bertolt Brecht vor dem Komitee für unamerikanische Umtriebe | Letzten Donnerstag gabs einen Vortrag über Bertold Brecht in der Konverter-Garage. Nach der Machtergreifung der Nazis verliess der Theatermann Deutschland und ging schliesslich nach Amerika, wo er 1947 — nach Kriegsende — als Kommunist verdächtigt wurde und vor dem Komitee für unamerikanische Umtriebe aussagen musste.

Palpatine’s Journey | Worthikids zeichnet, animiert und macht Musik. Sein Zeichenstil gefällt mir, und er hat jetzt ein kleines Filmchen darüber gemacht, wie Imperator Palpatine die Zeit zwischen Return of the Jedi und The Rise of Skywalker verbrachte.

 
Musikvideo der Woche:

Brecht und „Mackie Messer“ (2018)

Bertolt Brecht: Film, Theater und Publikum.

In Joachim A. Langs Film „Mackie Messer“ verschmelzen Brechts Person, sein Werk und seine Methoden auf eine Weise, die Brecht gerechter wird, als diesem vermutlich lieb wäre.

 

Zugegeben, diese Kritik kommt nicht gerade frisch daher — aber aus aktuellem Anlass (der Konverter führt diesen Donnerstag, 19.12. einen Vortrag zu Brecht durch, siehe unten) bietet es sich an, diesen verstaubten Text hervorzuholen.

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Werther – Reden rettet Leben

Ja, man könnte sich leicht verlieben in diesen Werther (Ilja Baumeier): Blaue Augen, blonde Mähne, Dreitagebart und eine coole gelbe Jacke mit einem „W“ auf dem Rücken. Er selbst wirft aber ein Aug auf eine junge Frau, Charlotte (Lua Leirner), genannt Lotte. Obwohl sie gehörlos ist, versteht er sich bestens mit ihr. Die beiden tanzen bei wummernder Clubmusik miteinander, und dabei verfällt Werther der jungen Frau völlig – doch sie ist bereits verlobt mit Albert (Yannick Frich).

Diese Bühnenfassung von Goethes Die Leiden des jungen Werthers behält zwar die Sprache von 1774 bei, versetzt die Geschichte aber in die Gegenwart. Gegenüber dem Briefroman ist sie stark gekürzt und dauert nur ungefähr eine Stunde – der Fokus liegt nun zum einen auf dem Thema Suizid, zum anderen gehts um Gehörlosigkeit.
So sehen wir das Stück dann auch im forum98 vom Gehörlosenzentrum Zürich. Dort wird das Stück unter anderem Leuten von den Gesundheits- und Bildungsinstitutionen vorgestellt; deswegen gibts vorher eine erklärende Einführung und im Anschluss ein Q&A.

So erfahren wir, dass die Idee ursprünglich vom Basler Psychotherapeuten Friedrich Kaiser stammt. Mit seiner Agentur Psy-Promotion fördert er Projekte zur Integration psychisch beeinträchtigter Menschen. Wie er sagt – und das liegt durchaus auf der Hand –, bietet sich der Roman dazu an, über Suizid zu sprechen. Daher der Untertitel: Reden rettet Leben. Eine Partnerin des Projekts ist die Stiftung Pro Mente Sana; das Theaterstück ist Teil ihrer Kampagne „Wie geht’s dir?“

Okay, Werther und Suizid, das klingt logisch. Aber Gehörlosigkeit? Wie Kaiser erklärt, dreht sich Goethes Briefroman immer wieder um die Frage des Verstehens und Verstandenwerdens. Da sei schnell die Verbindung zum Hören und Gehörtwerden gezogen. Tatjana Binggeli, die Präsidentin des Schweizerischen Gehörlosenbunds (SGB-FSS) – ein weiterer Partner des Projekts –, weist zudem darauf hin, dass sich die Frage der Suizidprävention unter den Gehörlosen verschärft stellt. Klar: Wenn man jemanden zum Reden braucht, stellt die Gehörlosigkeit eine zusätzliche Barriere dar.
(An dieser Stelle sei kurz erwähnt, dass das Sorgentelefon auch über Mail oder Chat erreichbar ist.)

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Attack of the Weekly Links: Bananenkunst und Zeichentrickmusik

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10 Gründe warum ich «Comedian» von Maurizio Cattelan für ein grossartiges Kunstwerk halte | An der Art Basel in Miami hat Maurizio Cattelan ein Kunstwerk vorgestellt, das aus einer Banane besteht, die er mit Klebeband an die Wand geklebt hat. Darüber gab es jede Menge höhnische Kommentare. Nun erklärt der Schweizer Künstler Silas Kreienbühl* auf seinem Blog, wieso das Werk grossartig ist — und ich kann ihm da nur zustimmen.
Mehr zu den Hintergründen der Bananenkunst gibts hier.
* Transparenz-Hinweis: Ich kenne Kreienbühl aus Kanti-Zeiten.

Mcbess | Eigentlich Matthieu Bessudo. Ein französischer Illustrator und Animator, der in London lebt. Sein Stil orientiert sich am frühen amerikanischen Zeichentrick, und es mag am Erfolg des Computerspiels Cuphead liegen, dass seine Musikvideos zunehmend Beachtung finden. (Mcbaise und Dead Pirates sind Bandprojekte, an denen er auch als Musiker mittut.)