ZFF 2017: Weightless

Let There Be Light
Regie: Jaron Albertin
Drehbuch: Enda Walsh, Jaron Albertin
USA 2017; 99 min.
Internationaler Spielfilm / Wettbewerb

Joel (Alessandro Nivola) ist plötzlich gezwungen, sich um seinen Teenagersohn (Eli Haley) zu kümmern, nachdem dessen Mutter spurlos verschwunden ist. Der Junge ist schwer übergewichtig und spricht kein Wort. Dabei hat Joel selbst psychischen Probleme (es wird angedeutet, dass er einen Selbstmordversuch hinter sich hat) und bringt es gerade so fertig, mit seinem Job (auf einer Müllhalde) und einer Freundin zurechtzukommen. Jetzt aber sitzt dieses seltsame Kind bei ihm zuhause, während die Fürsorge Druck macht. Natürlich kommt das nicht gut.

Mitunter gehen mir die immer gleichen tristen Sozialdramen mit dokumentarischem Anhauch, die in unsere Arthousekinos gespült werden, auf die Nerven — da ist ein Film wie Weigthless eine Wohltat. Spielfilm-Debütant Jaron Albertin, der vom Musikvideo her kommt (und viel Werbung dreht), bedient sich eines sanften magischen Realismus. Es gibt also immer wieder surreale Momente oder poetische Blicke auf kleine Details.
Da kauft Joel zum Beispiel eine Matratze für seinen Sohn, entfernt die Plastikfolie und wirft diese zu Boden, nachdem er sie zusammengebauscht hat. Nun zeigt Albertin, wie sich diese Folie langsam knisternd wieder auffaltet.
Oder da fährt Joel einmal mit seinem Sohn zu einer Tankstelle, was unvermittelt in eine Traumsequenz übergeht, in der er und sein Kind in der Dunkelheit die Strasse entlang gehen. Sehr simpel, aber ziemlich beunruhigend.

Detail am Rande: Johnny Knoxville, der einstige Jackass-Star, spielt Joels Boss. Und Knoxville macht das verdammt gut.

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