New York #1: Fliegen und Türme

Fliegen ist toll: Das Achterbahngefühl bei Start und Landung, oder wenn das Flugzeug eine enge Kurve nimmt. Der Blick auf die Welt dort unten.

Und man kann Filme gucken, „Manchester by the Sea“ zum Beispiel. Casey Affleck hat seinen Oscar wohl wirklich verdient, auch sonst kommt die Schauspielerei hin — die Figuren wirken real, obschon der Film einen Hang zum Komödiantischen hat (da tritt Matthew Broderick als strenggläubiger Christ auf). Gerade das gefällt mir, diese Mischung aus Drama und Komödie. Regisseur/Drehbuchautor Kenneth Lonergan liebt das Lächerliche im Tragischen.
Da verliert eine Frau ihre Kinder bei einem Brand und wir sehen, wie die Sanitäter Probleme damit haben, die Liege mit ebenjener Frau in den Krankenwagen zu kriegen; die Stelzen wollen einfach nicht einrasten. Fast wie bei Charlie Chaplin. Weil das im echten Leben auch so ist, trifft es ins Herz.
Allerdings, die Filmmusik ist etwas gar dick aufgetragen und überbetont das Drama. Und die Sache mit dem Winter einerseits und der Gefühlskälte des Protagonisten andererseits — nur bedingt subtil.

Halbwegs warm war es aber in New York, als wir dort ankamen. Wärmer sicher als in Zürich, wo der verregnete April sich noch in den Mai hineingeschleppt hatte.
Wir hatten über Airbnb ein WG-Zimmer unweit des World Trade Center gefunden. Die erste Sightseeing-Station war also das 9/11-Memorial. Wo einst die beiden Türme standen, sind jetzt zwei gewaltige Brunnen mit quadratischem Grundriss, in die von den Seiten hinein Wasser in den Abgrund fliesst. (Anscheinend sind das die grössten menschgemachten Wasserfälle der USA.) Ein starkes Bild. An den Rändern sind die Namen der Opfer in die Brüstung eingelassen.

Von unserer Wohnung aus müssen wir auch nur auf die Strasse treten, um einen Blick auf One World Trade Center zu werfen, den sogenannten Freedom Tower. 514 Meter hoch ist das Ding; der grösste Wolkenkratzer der westlichen Welt. (Wieso 514 Meter? Weil das 1776 Fuss entspricht — und 1776 war das Jahr, in dem die Gründerväter der USA die Unabhängigkeitserklärung unterschrieben.)
Mit den Wolkenkratzern habens die New Yorker. Als Tourist legt man oft den Kopf in den Nacken. Dafür sind die Strassen in einem eher schütteren Zustand (zumindest wenn man sie mit jenen aus Zürich vergleicht), gerade auch im milliardenschweren Finanzdistrikt.

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