Witze über Smartphones

Gleich als erstes tritt ein Typ mit Perücke auf. Er macht dumme Wortspiele in einem komischen Akzent. Und ich denke bloss: „Gott sei Dank gibts Alkohol.“

Gestern hab ich mir die LacherMacher angesehen – eine offene Bühne für Komik im ComedyHaus. Seitdem ich letztens über Jimmy Carr geschrieben habe (siehe hier), beschäftige ich mich wieder vermehrt mit Stand-up-Comedy, allerdings in erster Linie mit der angelsächsischen. Dabei gibts Comedy ja auch hierzulande (naja, wie mans nimmt).

Das ComedyHaus (Motto: „Für Alle, die gern lachen!“), muss man vielleicht wissen, war vorher das Boulevard, dieses kleine Theater am Albisriederplatz, das letzten Sommer eingegangen ist. Das neue Haus, vergangenen Februar eröffnet, versteht sich als reine Comedybühne, im Gegensatz zur üblichen Mischung aus Komik, Kleinkunst und anderem Zeug. Wie siehts also aus mit der angehenden Comedy in der Schweiz?

Zunächst einmal happerts noch mit der Breitenwirkung. Zwanzig bis dreissig Leute sitzen im Publikum – davon sind elf Stück die Komiker selbst. Äusserst erbaulich: die sturzbesoffenen Klatschtiere in der hintersten Reihe, die sich mit ihrem eigenen Comedyprogramm unterhalten.

Wie es sich für eine anständige offene Bühne gehört, macht das Niveau Achterbahn. Da gibts zum einen solche wie Lisa Brunner, die doch schon ziemlich bühnenerfahren und verdammt gut ist. Zum anderen gibts da solche wie den einen, von dem man kaum ein Wort versteht, weil er so nuschelt, und der jeden zweiten Witz vom Blatt abliest. Dafür hatte er auch einen Guten: „Ich war frühmorgens am Paradeplatz. Keine Menschenseele weit und breit. Um diese Zeit sind nur Banker unterwegs.“
(Sinngemäss, denn wie gesagt: akustisch versteht man ihn nur ansatzweise. Und ja, mir ist auch, als hätte ich den Witz schon mal so ähnlich irgendwo gehört, aber ich nehme halt, was kommt.)

Apropos akustisch: Dass es kein (funktionierendes) Mikro gibt, erweist sich bald als relativ katastrophal, denn insbesondere die Newcomer haben wenig Ahnung davon, wie man mit der Stimme einen Raum füllt. Da könnte manch einer Theatertraining vertragen.

Apropos Blatt: Es hilft, wenn man sein Zeug auswendig lernt.

Allgemeine Beobachtung: Nervöses Herumgehampel sieht auf der Bühne beschissen aus.

ComedyHaus
Am Albisriederplatz
Offizielle Webseite
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Und schliesslich gibt es jene, die Komik mit Chargieren verwechseln. Lustige Kostümierungen, verstellte Stimmen oder verzogene Gesichter sind keine Grundlagen für Komik – ausser, man ist Helge Schneider und spielt gerade mit der bewussten Schlechtigkeit.
Und nebenbei: Witze über die Institution Ehe oder über Smartphones bitte nur dann, wenn einem tatsächlich etwas Neues zum Thema eingefallen ist.

Alles in allem: Gerne wieder!

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