MadC 6: „Mein Beethoven“ von Dieter Ilg

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Wer zum Teufel kommt auf die Idee, aus Beethovens Ode an die Freude Fahrstulmusik zu machen? Dieter Ilg heisst der skrupellose Übeltäter, der dieses Verbrechen an Musik und Kultur begangen hat, und er hat verdient, dass man mit dem nackten Finger auf ihn zeigt.

Mein Beethoven ist, wie ihr unschwer erratet, Ilgs Auseinandersetzung als Jazzmusiker mit dem Werk des grossen Komponisten. Dass sich Jazzer der Klassik annehmen, ist nichts Neues, und die Idee, den alten Säcken neue Seiten abzugewinnen, findet durchaus mein Gefallen – Ilg selbst gibt ein gutes Beispiel ab, wenn er auf seiner Scheibe die Sturmsonate neu interpretiert („Sturm“). Da stürmt’s dann auch tatsächlich.

Aber eben, zuerst kommt „Ode“, ein zutiefst verdammenswerter Track, der aus einer legendär pompösen Hymne, die vor Energie und Euphorie nur so strotzt, sterbenslangweiligen Smooth Jazz macht, der als Hintergrundberieselung bei Ikea nicht schlecht aufgehoben wäre. Das ist ungefähr so, als würde Bob Ross ein Gemälde von Munch neu malen.

Wisst ihr, was besser als diese CD ist? Das hier in einer zehnstündigen Dauerschleife. Seinen Beethoven kann Dieter Ilg jedenfalls behalten.

Fahrstuhlmusik-Faktor: 65%

Dieter Ilgs Webseite.

Was ist Musik aus dem Container eigentlich? Klick hier für die Erklärung.

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