S’Heidi darf ned sterbe

Ach Heidi, du bisch scho no es Arms. Du wersch di zwar met Hände und Füesse degäge, aber si hollid di immer weder vo dinere schöne Alp obenabe, weil si scho weder en Film mit dir wend mache. Debi isch es scho wiit über hundert Jahr her, dass d’Johanna Spyri di beide Büecher gschribe het, also Heidis Lehr- und Wanderjahre (1880) und Heidi kann brauchen, was es gelernt hat (1881). Und sterneföifi nonemol, me merkt au, dass die beide Schingge afe so alt sind.

Dete isch nämli Züüg dinne, wo mer hüt schlicht und eifach nümme cha bringe (aber gliich muess bringe, weils halt i dene Büecher staht). Do chond s’Heidi (Anuk Steffen) also uf Frankfurt, wo si vom Frölein Rottenmaier (Katharina Schüttler) endli emol aaständig erzoge wird (was es überhaupt ned z’schätze weiss). Bis denn s’Heidi mal merkt, dass die Guwernante allergisch uf Büsi isch. Do bringt si das arme Frölein mit so junge Chatze in Bedrängnis, dass s’Frölein Atemnot und Panik überchunt. Und was macht s’Heidi? Es lachd drüber. So nes sadistisches chliises Saugof.
(De Reschisör Alä Gschponer inszeniert das denn au mit emene Holzhammerhumor, wo mer nume no cha d’Auge verdreihe.)

Jedefalls channi d’Erliechterig vo de Rottenmaier verstah, als s’Heidi endli weggschickt wird. Zrugg uf de Alp bim Alpöhi (Bruno Ganz), chunt denn einisch s’Klara (Isabelle Ottmann) z’Bsuech — im Heidi ihri Fründin us Frankfurt, wo jo bekanntlich an Rollstuhel bunde isch. Do passiert a de frische Alpeluft doch prompt es Wunder: S’Klara chann weder uf beide Füesse lauffe. Do luegt sogar de Geissepeter (Quirin Agrippi) nume no blöd us de Wösch.

Aber weisch, was mi am meischte ufregt? Di gottverdammti Filmmusik (Niki Reiser), wo derart penetrant vo de Tonspur plärrt, dass jede stille Moment e wahri Wohltat isch.

Arms, arms Heidi. Du bisch es Symbol vo der Schwiz, nid nume hie, sondern überall ufem Globus — wie din Kolleg, de Schelle-Ursli, oder de alti Wilhelm Tell. Oder wie Schoggi und Chäs. Mer chömmid als Patriote gar ned drum umme, dich immer weder usem Sarg z’hole und dini Liich durchs Dorf z’triibe. Du stosch für die guete alte Ziite und für en Schwiz, wo die ganz Welt gern het. Darum darfsch ned sterbe.

Heidi lauft abem 10. Dezember i de Kinos.

Heidi
CH 2015, 105 Min.
Regie: Alain Gsponer
Buch: Petra Volpe
Mit Anuk Steffen, Quirin Agrippi, Isabelle Ottmann, Bruno Ganz, Katharina Schüttler et al.

 

Advertisements

2 Gedanken zu “S’Heidi darf ned sterbe

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s