ZFF 2015: Krigen

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Krigen
Von Tobias Lindholm
Dänemark 2015, 116 Min.

Wo Tobias Lindholm hinlangt, tut’s weh. Und wieder ist Pilou Asbæk sein Opfer. Schon zum dritten Mal am Zurich Film Festival.
In „R“ war Asbæk ein Häftling, der in die Bandenkriege hinter den Gefängnismauern gerät. In „Kapringen“ Koch an Bord eines Frachters, der von Piraten gekapert wird. Nun also Claus Pedersen, ein Kompaniekommandant in Afghanistan.

Auf einer Patrouille wird einer von Pedersens Männer von einer Mine zerfetzt. Ein anderer traut sich daraufhin nicht mehr aus der Militärbasis; Pedersein übernimmt seinen Platz auf den täglichen Patrouillegängen. So führt er seine Soldaten in ein Dorf, wo ihnen ein verzweifelter Vater entgegen kommt. Würden die Dänen bitte seiner verletzten Tochter helfen?

Zunächst erinnert „Krigen“ an den dänischen Dokumentarfilm „Armadillo“. Auch dort geht’s um das Leben dänischer Soldaten in Afghanistan. Doch wo der Dokumentarfilm sich an die Realität halten und Pietät üben muss, darf Lindholm mit seinen Figuren (und dem Publikum) so böse umgehen, wie es ihm beliebt.

Und doch beschränkt er sich nicht einfach darauf, die schlimmstmögliche Wendung herbeizuführen, denn das wäre zu billig. Stattdessen nimmt er eine Abzweigung, mit der man gar nicht gerechnet hätte, und stellt die Frage nach den Folgen eines Kriegseinsatzes. Kann ein Mann seinem kleinen Sohn noch in die Augen schauen, nachdem er einen grauenhaften Fehler begangen hat?

Der Film lief im Internationalen Spielfilm-Wettbewerb.

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