Locarno 2015: Kurzfilmwettbewerb

Festival del film Locarno 2015C

 
Der Pardi di domani rückt Kurzfilme junger Filmemacher ins Rampenlicht.
24 Stück kämpfen dieses Jahr im internatinalen Wettbewerb (darüber hinaus gibt es einen Kurzfilmwettbewerb für Schweizer Beiträge). Vier davon stell ich hier vor:

 
Fils du loup
Von Lola Quivoron, Frankreich 2015, 23 Minuten

Vater: Mein Johnny kriegt seinen ersten Hund! Der Junge soll Sicherheitsmann werden, genau wie ich.
Johnny: Ich weiss nicht, was ich mit dem Köter machen soll. Der taugt einfach nichts. Überhaupt, was ist „Iron“ für ein Name?
Hundelehrer: Ich weiss nicht, was ich mit dem Jungen machen soll. Der taugt einfach nichts. Überhaupt, was ist „Johnny“ für ein Name?
Iron: Wuff! Wuff! Wuff wuff wuff. Wuff!
Kritiker: Johnny hat mit Feinfühligkeit Erfolg, wo er mit Strenge nichts anrichten konnte, denn Iron ist „ein besonderer Hund“. Das ist mir dann doch etwas zu viel Kindergartenmoral.

 
Las cuatro esquinas del círculo
Von Katarina Stankovic, Deutschland/Mexiko/Serbien 2015, 24 Minuten

Erst habe ich gedacht, der Film handelt von serbischen Auswanderern in Mexiko — dabei spielt er bloss an zwei verschiedenen Orten.
Jedenfalls: Ob farbenfrohe Häuserzeilen oder das Muster am Boden eines kaputten Schwimmbeckens, „Las cuatro etc.“ hat ein paar tolle Bilder. Eine Frau verkleidet sich als Frida Kahlo. Ein Mutter und ihre kleine Tochter blasen sich gegenseitig Mehl ins Gesicht.
Worum es geht? Nicht so wichtig.

 
La novia de Frankenstein
Von Agostina Galvez & Francisco Lezama, Argentinien 2015, 13 Minuten

Yvana ist Frankensteins Braut, denn ihr neuer Freund (ein Filmvorführer) sieht aus wie das berühmte Monster. Ansonsten arbeitet sie für eine Agentur, die Häuser an Ausländer vermietet — darunter die Hütte, in der Brad Pitt für „7 Tage in Tibet“ drehte. Erzählt zumindest Yvana, die es mit Ehrlichkeit nicht ganz so genau nimmt. Jedenfalls klaut sie den Kunden Smartphones oder nimmt sie mit einer falschen Hellseherin aus. Sympathisch.

 
La impresión de una guerra
Von Camilo Restrepo, Frankreich/Kolumbien 2015, 26 Minuten

Ein Kurzer filmischer Essay über den Drogenkrieg in Kolumbien und die gesellschaftlichen Folgen.
Der Regisseur:
kommentiert ein Mosaik aus Archivaufnahmen und Zeitungsausschnitten
interviewt Gefängnisinsassen
montiert Handyaufnahmen aus Kriegsgebieten

Es tut sich ein Panorama von Grausamkeit und Wahnsinn auf.
Zum Beispiel: Was passiert, wenn die Regierung ihren Soldaten einen Bonus für jeden toten Guerilla bezahlt?
Ganz einfach: Die Soldaten töten Zivilisten und verkleiden die Leichen als Guerillas, um sich anschliessend die Belohnung abzuholen.

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