Kläranlage

Die ZHdK zeigt die Bachelor- & Masterfilme 2015 und nennt das „Kamera ab! Kamera läuft“. Im zweiten Block regnets nicht, fliegt ein junger Mann, singt eine junge Frau und wird ein Afrikaner abgeschoben.

 

Programmblock B:
Aujourd’hui il ne pleut pas en Suisse von Lara Stoll
Leonardo von Ilir Hasanaj
Please No Dancing von Moritz Willenegger
Inland von Piet Maubargtner

 

Aujourd’hui il ne pleut pas en Suisse. Lara Stoll. 11 min. Fic.
Genau, Lara Stoll: Poetry Slam. Bild und Ton. Suisis.
Nach einer wahren Geschichte (angeblich).
Eine Familie (Vater, Mutter & 2 Kids) besucht eine Kläranlage, lässt sich herumführen.
Erinnert an Industriewerbung, ist aber auf subtile Weise gerade überzogen genug, um unfassbar komisch zu sein.
Beispiel 1: Der Rundgangsleiter stellt sich vor. Anschliessend macht der Vater ein Foto. (Hört sich nicht unbedingt witzig an, aber das Timing ist perfekt.)
Beispiel 2: „Do häts no es Probiererli vo üsem klärte Wasser.“
Der Rundgang nimmt eine tragische Wendung.
Lara Stolls Humor erschliesst sich mir nicht immer – aber dieser Kurzfilm ist grandios.

 

Leonardo. Ilir Hasanaj. 18 min. Fic.
Junger Mann (Leonardo) lebt in der Vergangenheit.
Trauert seiner Freundin nach.
Fliegt mit einer selbstentwickelten Flugmaschine davon (weil Leonardo da Vinci).*
Der junge Mann spricht seltsam:
„Ich wünsche jetzt kei Sandwich.“
„Ich kann dir ned folge.“
„Min Name isch Leonardo! Mich schickt de Alfredo!“
Es ist übrigens nicht nur Leonardo:
„Wenn Sie jetzt ned sofort do abechömid, setze ich die Waffe do i.“
Sowas kommt dabei raus, wenn man ein hochdeutsches Skript von den Darstellern 1:1 Schwyzerdütsch sprechen lässt.

*nicht zu verwechseln mit Leonardo von Winti

 

Please No Dancing. Moritz Willenegger. 24 min. Fic.
Junge Frau singt in christlicher Band.
Lernt eine andere junge Frau kennen.
Verlässt die Band, um mit der anderen jungen Frau in einer WG zu leben und experimentelle Musik zu machen.
Seltsame Dialoge auch hier, aber nicht so schlimm wie im letzten Film: „Nathan. Wie ich gesh, häsch es paar Lüüt mitbracht.“
Das experimentelle Musikvideo ist „geile Scheiss“.

 

Inland. Piet Maubargtner. 20 min. Fic.
Nach einer wahren Geschichte.
Alinas Vater ist ein Afrikaner.
Vater wird als angeblicher Drogendealer verhaftet.
Anwalt empfiehlt, sich schuldig zu bekennen. Damit Vater weniger als zwei Jahre ins Gefängnis muss. Ab zwei Jahren würde er automatisch abgeschoben.
Vater ist zu stolz, um ein falsches Geständnis abzulegen.
Man kann sich denken, wie es endet.
Hab ich grad eine Folge „Law & Order“ gesehen?

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